Egon Riss‘ genialer Penguin Donkey

Eigentlich handle ich ja nicht mit Möbeln. Aber wenn ein echter Penguin Donkey daherkommt, nehm‘ ich ihn doch!

Ein grandioses Möbel! Dieses kleine Bücherregal ist ein Entwurf des österreichisch-britischen Architekten Egon Riss (1901-64) aus dem Jahr 1939 für Penguin Books, produziert vom legendären britischen Hersteller ISOKON – Marcel Breuers berühmte Sperrholzliege etwa wurde dort gefertigt.

Der aus Galizien gebürtige Riss hatte in Wien an der Technischen Hochschule (TU) Architektur studiert. Er war Jude und floh 1938 noch rechtzeitig nach England, diente im 2. Weltkrieg in der britischen Armee und lebte nach dem Krieg in Schottland.

Die größte Fachhöhe des Donkeys war für die Penguin-Taschenbücher konzipiert:

Größere Formate können im breiteren Fach abgelegt werden, Bildbände, Zeitungen und Magazine passen in den gewölbten Zwischenraum:

Die Maße betragen ca. 59 (L) x 42 (B) x 43 (H) cm.

Das Sperrholz ist mit Birke furniert, das kleine Möbel ist wirklich ein perfekt gearbeitetes Handwerksstück.

Laut Herstellerstempel müsste das Möbel aus dem Zeitraum 1982 bis 2011 stammen:

 

Nussknacker

Hat man keinen Hammer bei der Hand, reicht notfalls ein Stein. Manche schaffen es sogar mit der bloßen Hand, manche steigen drauf oder beißen einfach rein, aber von Letzterem rate ich ab. Besser ist auf jeden Fall ein Nussknacker, um Nüsse zu öffnen. Und wie es so oft ist, mit all diesen Werkzeugen des Alltags, so gibt es auch davon unzählige Varianten.

notknackare 6x mix

„Nussknacker“ weiterlesen

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier

Die Vorweihnachtszeit auf der Nordhalbkugel ist eine richtig finstere Jahreszeit. Die Tage bis zur Wintersonnenwende um den 21.12. herum werden kürzer und kürzer, Dunkelheit überwiegt, die Temperaturen tendieren spürbar eher zu kalt als zu warm. Noch dazu ist in unserer auf dem Gregorianischen Kalender basierenden Zeitrechnung der Jahreswechsel bevorstehend, man schließt mit Altem ab, bereitet sich auf Neues vor.

So wie das Jahr mit seinen Saisonen wieder kommt, kommt auch die Sonne wieder, der Tag gewinnt wieder die Oberhand über die Nacht. Er wird mit Licht begrüßt, auch wenn seit etwa 17 Jahrhunderten in christlich geprägten Kulturen offiziell das frischgeborene Jesukind begrüßt und gefeiert wird. Allerdings spielt in Skandinavien der Weihnachtsmann seit dem 19. Jahrhundert eine weitaus prominentere Rolle, und wie die Brücke vom Ziegenbock zu ihm geschlagen wird, steht weiter unten. Jedenfalls geht im Dezember nichts ohne Licht.

Es gab ab dem 19. Jahrhundert den von Norddeutschland ausgehenden protestantischen Brauch, jeden Adventsonntag sieben Kerzen – eine für jeden Wochentag – anzuzünden. 1839, heißt es, steckte der evangelische Theologe Johann Wichern, der sich in Hamburg für Straßenkinder einsetzte und ihnen die Vorweihnachtszeit verkürzen wollte, 24 Kerzen in ein Wagenrad, jene für die Adventsonntage waren größer und so war das Prinzip des Adventkranzes (und eigentlich auch jenes des Adventkalenders) geboren. Der Kranz wurde mit der Zeit auf vier Kerzen reduziert. Etwa 80 Jahre später wurde der Adventkranz in die katholische Tradition übernommen.

Vier in einer Reih oder rundherum – das ist heute das Prinzip der meisten Adventkerzenhalter. Hier ein paar Spielarten aus dem Hohen Norden:

adventsljusstakar

„Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier“ weiterlesen

Fiskelycka…

Ohne vorher fiskelycka(*) gehabt zu haben, kommen folgende Utensilien eher nicht auf den Tisch. Bei all den Seen und den langen Küsten Skandinaviens hatte dort aber wohl immer gerade jemand Anglerglück(*), die nordische Küche ist reich an Fischgerichten und entsprechend phantasievoll und zahlreich sind die Hilfsmittel für das Zubereiten und Servieren von Fisch.

NN vaggtavla RODSPETTA_1

Die hier abgebildete Scholle – Pleuronectes platessa; schwedisch: rödspätta – sieht ziemlich echt aus, ist aber eine Wandkeramik. Also zurück zu dem was auf den Tisch und nicht an die Wand kommt… beginnen wir mit dem Hering: „Fiskelycka…“ weiterlesen