Egon Riss‘ genialer Penguin Donkey

Eigentlich handle ich ja nicht mit Möbeln. Aber wenn ein echter Penguin Donkey daherkommt, nehm‘ ich ihn doch!

Ein grandioses Möbel! Dieses kleine Bücherregal ist ein Entwurf des österreichisch-britischen Architekten Egon Riss (1901-64) aus dem Jahr 1939 für Penguin Books, produziert vom legendären britischen Hersteller ISOKON – Marcel Breuers berühmte Sperrholzliege etwa wurde dort gefertigt.

Der aus Galizien gebürtige Riss hatte in Wien an der Technischen Hochschule (TU) Architektur studiert. Er war Jude und floh 1938 noch rechtzeitig nach England, diente im 2. Weltkrieg in der britischen Armee und lebte nach dem Krieg in Schottland.

Die größte Fachhöhe des Donkeys war für die Penguin-Taschenbücher konzipiert:

Größere Formate können im breiteren Fach abgelegt werden, Bildbände, Zeitungen und Magazine passen in den gewölbten Zwischenraum:

Die Maße betragen ca. 59 (L) x 42 (B) x 43 (H) cm.

Das Sperrholz ist mit Birke furniert, das kleine Möbel ist wirklich ein perfekt gearbeitetes Handwerksstück.

Laut Herstellerstempel müsste das Möbel aus dem Zeitraum 1982 bis 2011 stammen:

 

Flower power à la Tampella

Finnisches Textildesign ist nicht nur marimekko, nein, da gibt es schon noch mehr. Etwa das 1820 vom Schotten James Finlayson gegründete Finlayson (noch/wieder aktiv!), oder Helmi Vuorelma Oy (bis 2014), oder … Tampella.

Die Oy Tampella Aktiengesellschaft, wie das 1861 in Tampere gegründete Unternehmen später hieß, existierte immerhin bis 1990. Prägend war sicherlich Dora Jung (1906-80, SF) mit ihren schönen, fein gewebten Leinendamast-Entwürfen und den farbenfrohen Platzdeckchen aus grobem Leinen.

Aber es gab auch Baumwolldrucke wie diese Topfpflanzen-Serie: Der Entwurf stammt von der finnischen Textildesignerin Anneli Airikka-Lammi aus dem Jahr 1978. Die kleinen Deckchen mit den fröhlichen Dessins sind ca. 26 x 26 cm groß, und das Schöne an ihnen ist, dass man die abgebildeten Pflanzen eindeutig bestimmen kann (oder könnte…).


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finnisches Besteck: MANGO

Nanny Still-McKinney (1925-2009, SF) begann ihre Laufbahn als an der Konstindustriella centralskolan för konstflit in Helsinki ausgebildete Designerin mit dem Material Glas für Riihimäen Lasi Oy. Sie ging ihre Glaskreationen sehr humorvoll an, setzte etwa ihr Harlekiini-Kännchen auf einen extra hohen Stiel, versah die bunten Bonbonnieren und Flaschen der Tsarina-Serie nicht mit einem, sondern gleich mit drei oder vier auf einander getürmten, ungefärbten Glasmurmeln als Deckelknauf oder Stöpsel, und die SV-Teile erhielten ein gekräuseltes Detail zu ihrer ansonsten sehr strikten Form. Alles hatte einen Twist, was für das damalige finnische Glasdesign eher ungewöhnlich war.

Auch mit ihren Besteckentwürfen stach sie hervor. Colorina, das von 1970-73 von Hackman produziert wurde, kam sozusagen in quietschbunten Schlaghosen daher, mit nach unten weiter werdenden Kunststoffgriffen in knalligen Farben und psychedelischem Kreismuster.

Elegant fiel hingegen ihr Nachfolger-Besteck aus, das Hackman 1973 präsentierte: Mango.

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schwedisches Besteck: REGAL

Ainar Axelsson (1920-97, S) hatte an der Stockholmer Konstfack studiert und machte bald nach Studienabschluss mit Silberhohlwaren auf sich aufmerksam. Auch mit Edelstahl hatte er ein gutes Händchen, so entwarf er etwa für Guldsmeds­aktie­bo­laget/GAB (später GABIS) nicht nur das sehr extravagante Besteck Extrême (1956) mit den damals aufregend neuen und sehr angesagten schwarzen Nylongriffen, sondern auch ein schwereres, gediegeneres und elegantes Edelstahlbesteck namens Regal:

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